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Gericht und Urteil: Ordnungsgemäße Unterzeichnung einer Kündigung - Probezeitkündigung


 

Das für Kündigungen nach § 623 BGB bestehende Schriftformerfordernis ist nur gewahrt, wenn das Kündigungsschreiben vom Kündigenden eigenhändig unterzeichnet ist. Die bloße Paraphierung mit einem Namenskürzel genügt nicht. Nach dem äußeren Erscheinungsbild muss erkennbar sein, dass der Unterzeichner seinen vollen Namen und nicht nur eine Abkürzung hat niederschreiben wollen. Insoweit ist ein großzügiger Maßstab anzulegen. Auf die Lesbarkeit des Namenszuges kommt es nicht an.


Während einer vereinbarten Probezeit, längstens für die Dauer von sechs Monaten, kann das Arbeitsverhältnis gem. § 622 Abs. 3 BGB mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden. In diesem Fall gilt nicht die längere Grundkündigungsfrist des § 622 Abs. 1 BGB von vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats. Haben die Parteien eine Probezeit von bis zu sechs Monaten vereinbart, greift die Kündigungsfrist von zwei Wochen unabhängig davon ein, ob die Probezeitvereinbarung bezogen auf die geschuldete Tätigkeit noch angemessen ist. Ist die Probezeit in einem vorformulierten Arbeitsvertrag vereinbart, unterliegt sie keiner Angemessenheitskontrolle nach § 307 Abs. 1 Satz 1 BGB. Mit einer vertraglich bestimmten Probezeit von sechs Monaten nutzen die Parteien lediglich den ihnen in § 622 Abs. 3 BGB zur Verfügung gestellten Rahmen aus. Eine Abweichung von Rechtsvorschriften, die gem. § 307 Abs. 3 Satz 1 BGB Voraussetzung für eine Inhaltskontrolle nach § 307 Abs. 1 Satz 1 BGB ist, liegt nicht vor.


Der Kläger war bei der Beklagten, die ein Fleischwerk betreibt, als Arbeiter mit einfachen Tätigkeiten beschäftigt. Im Arbeitsvertrag hatten die Parteien eine Probezeit von sechs Monaten vereinbart. Die Beklagte kündigte nach rund vier Monaten das Arbeitsverhältnis.
Das BAG hat die Kündigungsschutzklage abgewiesen. Die Kündigung war entgegen der Auffassung der Vorinstanzen ordnungsgemäß unterzeichnet. Sie hat das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen beendet, da sie innerhalb der nach § 622 Abs. 3 BGB zulässigerweise vereinbarten Probezeit von sechs Monaten erfolgt ist. 

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 24. Januar 2008 - 6 AZR 519/07 - Quelle: PM BAG 08/08



 



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§ 307 BGB Inhaltskontrolle

§ 623 BGB Schriftform der Kündigung

§ 622 BGB Kündigungsfristen bei Arbeitsverhältnissen



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Unwirksame AGB in Mietverträgen

Bankklausel gegenüber Verbrauchern unwirsam

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KG Berlin urteilt: Flugpreise müssen alle Gebühren enthalten

Anspruch auf Weihnachtsgratifikation bei Kündigung

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Funktionszulage im Schreibdienst

Verkauf über ebay nicht immer wirksam

Laufzeitvereinbarungen in Wärmeversorgungsverträgen

Kündigung bei langer Gefängnisstrafe

Erst wenn 75 Euro offen sind darf Telefonanschluss ...

Bankklausel "Kontoführungsgebühren für Darlehenskonten" über 12 Euro pro Jahr bei Verbrauchern

§ 307 BGB Inhaltskontrolle

Kündigung wegen Arbeitsverweigerung aus Glaubensgründen

Müssen Weiterbildungskosten an den Arbeitgeber zurückgezahlt werden, wenn ...

Weihnachtsgratifikation und vertraglich vereinbarter Freiwilligkeitsvorbehalt

Abschlussgebühr für Bausparvertrag

Kein Schriftformerfordernis bei Beendigung eines Umschulungsvertrags

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